Finanzierung

Fresenius deckt den Finanzierungsbedarf durch eine Kombination aus operativen Cashflows, die in den Unternehmensbereichen erwirtschaftet wurden, und durch die Aufnahme von kurz-, mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Wichtige Finanzierungsinstrumente neben der Bankfinanzierung sind Anleihen, Schuldscheindarlehen, genussscheinähnliche Wertpapiere (Trust Preferred Securities), ein Commercial-Paper-Programm, ein Forderungsverkaufsprogramm und eine Pflichtumtauschanleihe.

Die Finanzierungsaktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr waren im Wesentlichen auf die Refinanzierung bestehender bzw. fällig werdender Finanzierungsinstrumente ausgerichtet.

Im Januar 2009 hat Fresenius über die Tochtergesellschaft Fresenius US Finance II, Inc. eine vorrangige, unbesicherte Anleihe in zwei Tranchen begeben. Der Mittelzufluss betrug 800 Mio US$. Die Euro-Tranche hat ein Volumen von 275 Mio € nominal und wurde zu einem Preis von 93,024 % begeben. Bei einem Coupon von 8,75 % ergab sich für die Euro-Tranche eine Rendite von 10,25 %. Die US-Dollar-Tranche hat ein Volumen von 500 Mio US$ nominal und wurde zu einem Preis von 93,076 % begeben. Bei einem Coupon von 9,00 % ergab sich für die US-Dollar-Tranche eine Rendite von 10,50 %. Beide Tranchen haben eine Laufzeit bis 2015 und enthalten keine vorzeitige Kündigungsoption. Fresenius hat die Mittel der Emission verwendet, um die bestehende Zwischenfinanzierung in Höhe von 650 Mio US$ abzulösen, die zur Finanzierung der Akquisition von APP Pharmaceuticals in Anspruch genommen wurde, sowie zur Rückführung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten. Mit dieser Transaktion wurde die Finanzierung der Akquisition von APP Pharmaceuticals abgeschlossen.

Im April 2009 hat Fresenius Medical Care eine Privatplatzierung in Form von Schuldscheindarlehen in Höhe von 200 Mio € bei europäischen Investoren vorgenommen. Die neuen vorrangigen, unbesicherten Schuldscheindarlehen wurden von der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA begeben und bestehen aus vier Tranchen mit Laufzeiten von 3,5 und 5,5 Jahren sowie fest- und variabel verzinslichen Tranchen. Die Erlöse aus der Begebung wurden zur Tilgung der im Juli 2009 fällig gewordenen Schuldscheindarlehen verwendet.

Eine weitere Privatplatzierung erfolgte im Juni 2009 im Rahmen der Aufstockung einer Anleihe der Fresenius Finance B.V., die im Jahr 2006 emittiert worden war. Diese Transaktion umfasste ein Volumen von 150 Mio € nominal zu einem Ausgabepreis von 92,0 %. Bei einem Coupon von 5,5 % ergab sich damit eine Rendite von 7,0 %. Die Tranche wurde ausschließlich institutionellen Anlegern angeboten und war deutlich überzeichnet. Mit dem Erlös wurden kurzfristige Finanzverbindlichkeiten zurückgeführt. Entsprechend verlängerte sich das Fälligkeitsprofil der Finanzverbindlichkeiten.

Im Januar 2010 hat Fresenius Medical Care eine vorrangige, unbesicherte Anleihe im Volumen von 250 Mio € platziert. Die Anleihe wird im Jahr 2016 fällig. Der Coupon beträgt 5,5 %. Bei einem Ausgabepreis von 98,6636 % ergab sich eine Rendite von 5,75 %. Der Emissionserlös wurde zur Rückzahlung kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten und für allgemeine Geschäftszwecke verwendet.

Weitere Refinanzierungen in größerem Umfang sind im Fresenius-Konzern erst ab dem Jahr 2011 notwendig, wie die Grafik zeigt.

Die Fresenius SE verfügt über ein Commercial-Paper-Programm, in dessen Rahmen kurzfristige Schuldtitel bis zu 250 Mio € ausgegeben werden können. Am 31. Dezember 2009 und 31. Dezember 2008 waren keine Wertpapiere begeben.

Der Fresenius-Konzern nahm im Rahmen von bilateralen und syndizierten Bankkrediten Mittel in Höhe von rund 4,7 Mrd € in Anspruch. Darüber hinaus bestehen per 31. Dezember 2009 rund 1,3 Mrd € freie Kreditlinien (einschließlich fest zugesagter Kreditlinien in Höhe von 0,8 Mrd €). Die Mittelaufnahme im Rahmen dieser Kreditlinien ist im Allgemeinen zur Finanzierung von Betriebsmitteln vorgesehen und ist in der Regel unbesichert – mit Ausnahme der Fresenius SE Kreditvereinbarung aus dem Jahr 2008 und der Fresenius Medical Care Kreditvereinbarung aus dem Jahr 2006.

Am 31. Dezember 2009 haben sowohl die Fresenius SE als auch die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA ein schließlich aller Tochtergesellschaften die Kreditauflagen und Verpflichtungen aus sämtlichen Finanzierungsverträgen erfüllt.

Detaillierte Informationen zur Finanzierung des Fresenius- Konzerns finden Sie im Anhang unter 21. Darlehen und aktivierte Leasingverträge.

Fünfjahresübersicht Finanzlage


in Mio € 2009 2008 2007 2006 2005
1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vorräte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und erhaltene Anzahlungen.
Operativer Cashflow 1.553 1.074 1.296 1.052 780
in % vom Umsatz 11,0 8,7 11,4 9,8 9,9
Working Capital 1 3.088 2.937 2.467 2.322 2.159
in % vom Umsatz 21,8 23,8 21,7 21,5 27,4
Investitionen in Sachanlagen, netto 662 736 662 571 331
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden 891 338 634 481 449
in % vom Umsatz 6,3 2,7 5,6 4,5 5,7

in Mio € 2009 2008 2007 2006 2005
1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vorräte abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und erhaltene Anzahlungen.
Operativer Cashflow 1.553 1.074 1.296 1.052 780
in % vom Umsatz 11,0 8,7 11,4 9,8 9,9
Working Capital 1 3.088 2.937 2.467 2.322 2.159
in % vom Umsatz 21,8 23,8 21,7 21,5 27,4
Investitionen in Sachanlagen, netto 662 736 662 571 331
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden 891 338 634 481 449
in % vom Umsatz 6,3 2,7 5,6 4,5 5,7

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