Fresenius Kabi

Fresenius Kabi hat im Jahr 2009 den Zertifizierungsumfang des Umweltmanagements ausgeweitet. Zwei weiteren Produktionsstandorten in Europa und Asien wurde von einer externen Organisation bescheinigt, die Anforderungen der ISO-Norm 14001:2004 an ein Umweltmanagementsystem einzuhalten. Die Zertifizierung weiterer Standorte ist geplant.

In unseren Produktionsstandorten Friedberg und Bad Homburg, Deutschland, lag die Recyclingquote im Jahr 2009 mit rund 95 % auf Vorjahresniveau. Die Abfallmenge, die der Wiederverwertung zugeführt wird, lag bei rund 5.200 t (2008: rund 5.900 t). Das Abfallvolumen sank am Produktionsstandort Friedberg um rund 25 % und am Standort Bad Homburg um rund 17 %.

Im Jahr 2009 wurde eine Vielzahl von Maßnahmen durchgeführt, um den Energieverbrauch, den CO2-Ausstoß sowie den Verbrauch an Rohstoffen, z. B. Wasser, zu reduzieren. Am Produktionsstandort Friedberg wurde die Regelung der Gebäudeleittechnik umfassend überarbeitet. Dadurch konnte Fresenius Kabi den Energieeinsatz der Betriebsstätte um rund 700.000 KWh pro Jahr reduzieren – das entspricht einem CO2-Ausstoß von etwa 180 t.

In der Produktion wurden die Nutzungszeiten von voll entsalztem Wasser (VE-Wasser) verlängert. Dies reduzierte den Einsatz von Chemikalien und Spülwasser im Rahmen der Wasseraufbereitung. VE-Wasser ist eine Vorstufe von destilliertem Wasser, beide Wasserarten werden direkt am Produktionsstandort hergestellt. Fresenius Kabi verwendet VE-Wasser für die Reinigungsvorgänge in der Produktion, z. B. bei der Reinigung von Anlagen. Destilliertes Wasser wird in der Produktion von Arzneimitteln verwendet.

Für den Produktionsstandort Friedberg wurde in Zusammenarbeit mit einem externen Partner ein Energiekonzept erarbeitet. Ziel war es, weitere Energieeinsparpotenziale aufzuzeigen. Mit der Umsetzung erster Maßnahmen soll im Jahr 2010 begonnen werden.

All diese Aktivitäten dienen nicht nur dem vorrangigen Ziel des Umweltschutzes, sie halfen auch, im Jahr 2009 in erheblichem Maße die Energiekosten zu senken.

In Österreich verfügt der Produktionsstandort Graz seit dem Jahr 2008 über ein zertifiziertes Umweltmanagement. Darin wurden verschiedene Kennzahlen, z. B. die Recyclingquote, als Umweltindikatoren definiert. Ziel ist es, langfristig die Effizienz des Umweltmanagements zu gewährleisten und es kontinuierlich zu verbessern.

Im Jahr 2009 konnten wir die Recyclingquote um rund 10 % auf 70 % erhöhen. Die verbleibenden 30 % dienen als Energielieferant und werden zu diesem Zweck in thermischen Abfallbehandlungsanlagen eingesetzt. Grundvoraussetzung für eine ordnungsgemäße Wiederverwertung ist die konsequente sortenreine Trennung der Abfälle. Weitere Umweltindikatoren sind beispielsweise der Energieverbrauch − unterteilt nach Energiearten − und der Wasserverbrauch, jeweils bezogen auf die Produktionsmenge.

Maßnahmen zum Schutz der Umwelt am Standort Graz werden durch Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter laufend optimiert. Mittels interner Audits wird deren Erfolg überprüft und bewertet.

Am Produktionsstandort Linz hatte das Umweltmanagement im Berichtsjahr die folgenden Schwerpunkte: Zum einen implementierten wir das Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001:2004, zum anderen wurde ein Energie und Ressourceneinsparungsprojekt fortgesetzt. Mittels interner Audits evaluierten wir generelle Umweltleistungen in den einzelnen Abteilungen. Dabei konzentrierten wir uns vor allem auf die Abfallentsorgung und den Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen. Einige Maßnahmen setzten wir bereits erfolgreich um: Wir erzielten Einsparungen bei Energie- und Wasserverbrauch sowie beim Abwasser. So wurden z. B. bei der Herstellung von Lactulose die bestehenden Rührermotoren in den Produktionsbehältern durch Motoren einer höheren Effizienzklasse ersetzt. Die Energieeinsparung durch diese Maßnahme beträgt rund 25 % des vorherigen Energieverbrauchs. Der Standort Linz zählt zu den größten Lactulose-Produktionsstätten weltweit. Lactulose wird durch chemische Umwandlungsprozesse von Milchzucker (Lactose) gewonnen. Aufgrund der entgiftenden Wirkung wird das Produkt in der Therapie von Leber-Erkrankungen oder auch Darm-Erkankungen eingesetzt.

Weitere langfristig angelegte Maßnahmen werden auch zukünftig zu Einsparungen bei Energie und anderen Ressourcen führen.

In unseren schwedischen Produktionsstandorten in Uppsala und Brunna betrug das Abfallvolumen insgesamt 3.337 t im Jahr 2009 (2008: 3.412 t). Wir initiierten in den vergangenen Jahren verschiedene Projekte im Bereich des Abfallmanagements, um zum einen die Höhe des Abfallvolumens zu reduzieren und zum anderen die Entsorgung so umweltgerecht und effizient wie möglich zu gestalten. Der Wasserverbrauch stieg im Vergleich zum Vorjahr u. a. aufgrund der erhöhten Produktionsmenge an.

Im Jahr 2009 wurden Maßnahmen fortgesetzt, um den Energieverbrauch der Standorte zu senken. Außerhalb der Produktionszeiten wird die Betriebszeit der Lüftungs- und Klimaanlagen deutlich reduziert. Ein Dunstkondensator wurde installiert, um die Energieverluste des Dampfheizsystems zu verringern. Er fängt die Energie aus dem Dampfheizsystem auf, die nach dem Heizvorgang als Dunst in die Luft abgegeben wird. Zudem wurden neue, energieeffizientere Pumpen in dem System installiert. Darüber hinaus wurde am Standort Brunna das FCKW-haltige Kältemittel R22 (FCKW − Fluorchlorkohlenwasserstoff) durch das wesentlich umweltfreundlichere, FCKW-freie Kältemittel HFC R407C ersetzt. Wir arbeiten an einem Maßnahmenplan, der weitere Einsparpotenziale aufzeigen soll.

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