1. Grundlagen

I. Konzernstruktur

Fresenius ist ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern mit Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus und die ambulante medizinische Versorgung von Patienten. Weitere Arbeitsfelder sind der Betrieb von Krankenhäusern sowie Engineering- und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen. Neben den Tätigkeiten der Fresenius SE verteilten sich die operativen Aktivitäten im Geschäftsjahr 2009 auf folgende rechtlich eigenständige Unternehmensbereiche (Teilkonzerne):

  • Fresenius Medical Care
  • Fresenius Kabi
  • Fresenius Helios
  • Fresenius Vamed

Fresenius Medical Care ist der weltweit führende Anbieter von Dialyseprodukten und Dialysedienstleistungen zur lebensnotwendigen medizinischen Versorgung von Patienten mit chronischem Nierenversagen. In 2.553 eigenen Dialysekliniken betreut Fresenius Medical Care 195.651 Patienten.

Fresenius Kabi ist ein weltweit tätiger Anbieter von Infusionstherapien, intravenös verabreichten generischen Arzneimitteln, klinischer Ernährung sowie den dazugehörigen medizintechnischen Produkten zur Applikation. Die Produkte werden im Krankenhaus sowie bei der ambulanten medizinischen Versorgung von chronisch und kritisch Kranken eingesetzt. In Europa ist Fresenius Kabi Marktführer in Infusionstherapien und klinischer Ernährung, in den USA zählt das Unternehmen im Bereich der intravenös verabreichten generischen Arzneimittel zu den führenden Anbietern.

Fresenius Helios ist einer der größten deutschen privaten Krankenhausbetreiber.

Fresenius Vamed ist auf Engineering- und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen ausgerichtet.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2009 betrug der Anteil der Fresenius SE am stimmberechtigten Kapital der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (FMC-AG & Co. KGaA) 36,05 % und am gesamten gezeichneten Kapital der FMC-AG & Co. KGaA 35,58 %. Die persönlich haftende Gesellschafterin der FMC-AG & Co. KGaA, die Fresenius Medical Care Management AG, ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Fresenius SE.

Daher wird die FMC-AG & Co. KGaA zu 100 % im Fresenius-Konzernabschluss konsolidiert. Die Beteiligungen an den Leitungsgesellschaften der Unternehmensbereiche Fresenius Kabi (Fresenius Kabi AG ) sowie Fresenius Helios und Fresenius Vamed (gehalten über die Fresenius ProServe GmbH) betrugen zum 31. Dezember 2009 unverändert 100 %. Daneben hält die Fresenius SE Beteiligungen an Gesellschaften, die die Holdingfunktionen hinsichtlich Immobilien, Finanzierung und Versicherung wahrnehmen, sowie an der Fresenius Netcare GmbH, die Dienstleistungen im Bereich der Informationstechnik anbietet, und der Fresenius Biotech Beteiligungs GmbH.

Die Berichtswährung im Fresenius-Konzern ist der Euro. Aus Gründen der Übersichtlichkeit erfolgt die Darstellung der Beträge überwiegend in Millionen Euro. Beträge, die aufgrund der vorzunehmenden Rundungen unter 1 Mio € fallen, wurden mit „–“ gekennzeichnet.

II. Grundlage der Darstellung

Der beigefügte Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den US-amerikanischen Rechnungslegungsgrundsätzen, den „United States Generally Accepted Accounting Principles“ (US-GAAP), aufgestellt.

Am 1. Juli 2009 verabschiedete das Financial Accounting Standards Board (FASB) die Kodifikation, The FASB Accounting Standards Codification and the Hierarchy of Generally Accepted Accounting Principles (ursprünglich als Standard Nr. 168 verabschiedet). Diese ist seit dem 15. September 2009 die einzig bindende Quelle für die Anwendung nicht-staatlicher US-GAAP bei der Erstellung von Jahres- und Zwischenabschlüssen. Eine Ausnahme bilden die Regularien und veröffentlichten Interpretationen der Securities and Exchange Commission (SEC), die ebenfalls verpflichtende Rechnungslegungsgrundsätze für bei der SEC registrierte Unternehmen darstellen. Die Kodifikation gliedert die nicht-staatlichen US-GAAP in die verbindliche Kodifikation und in unverbindliche Richtlinien. Die Inhalte der Kodifikation sind gleichermaßen verbindlich und ersetzen die vier Hierarchieebenen der Rechnungslegungsgrundsätze. Diese wurden bisher durch den Standard Nr. 162 dargelegt, der nun durch die Kodifikation entfallen ist. Die Kodifikation löst alle nicht von der SEC stammenden Richtlinien der Rechnungslegung und Berichterstattung ab.

Die Fresenius SE erfüllt als kapitalmarktorientiertes Mutterunternehmen mit Sitz in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union ihre Pflicht, den Konzernabschluss nach den „International Financial Reporting Standards“ (IFRS) unter Anwendung von § 315a Handelsgesetzbuch (HGB) aufzustellen und zu veröffentlichen. Gleichzeitig veröffentlicht der Fresenius-Konzern den auf freiwilliger Basis nach US-GAAP aufgestellten Konzernabschluss.

Zur Verbesserung der Lesbarkeit sind verschiedene Positionen der Konzern-Bilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese sind im Anhang gesondert angegeben, um den Adressaten des Konzernabschlusses weitere Informationen zur Verfügung zu stellen.

Die Konzern-Bilanz ist nach der Liquidität der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gegliedert. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

III. Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

a) Konsolidierungsgrundsätze

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt durch die Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen, neu bewerteten Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbs. Dabei werden die Vermögenswerte und Schulden mit ihren Zeitwerten angesetzt. Ein verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag wird als Firmenwert aktiviert und mindestens einmal jährlich einer Prüfung auf Werthaltigkeit unterzogen.

Die Konsolidierung von assoziierten Unternehmen (Stimmrechtsanteil üblicherweise zwischen 20 % und 50 %) erfolgt nach der Equity-Methode. Nicht als assoziierte Unternehmen eingestufte Beteiligungen werden zu Anschaffungskosten bilanziert.

Alle wesentlichen konzerninternen Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten werden gegenseitig aufgerechnet. Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen in das Anlage- und Vorratsvermögen werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Auf konsolidierungsbedingte temporäre Unterschiede werden latente Steuern gebildet.

Anteile anderer Gesellschafter werden als Ausgleichsposten für Anteile konzernfremder Gesellschafter am konsolidierungspflichtigen Kapital angesetzt. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die den konzernfremden Gesellschaftern zustehenden Gewinne und Verluste separat ausgewiesen.

b) Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss umfasst alle wesentlichen Unternehmen, die unter der rechtlichen oder tatsächlichen Kontrolle der Fresenius SE stehen. Darüber hinaus bezieht der Fresenius-Konzern Zweckgesellschaften (Variable Interest Entities – VIEs) in den Konzernabschluss ein, wenn der Fresenius-Konzern als Meistbegünstigter betrachtet wird.

Fresenius Medical Care geht verschiedene Vereinbarungen mit bestimmten Dialysekliniken ein, die Management-Dienstleistungen, Finanzierungen und die Lieferung von Produkten umfassen. Da einige dieser Kliniken ein negatives Eigenkapital aufweisen und nicht in der Lage sind, sich selbst zu finanzieren, unterstützt Fresenius Medical Care ihre Geschäftstätigkeiten finanziell für mindestens sechs Jahre.

Für die Finanzierung erhält Fresenius Medical Care keine Zinsen, jedoch hat Fresenius Medical Care einen Anspruch auf einen Anteil am Gewinn, sofern einer erwirtschaftet wird, sowie ein Vorkaufsrecht, sollten die Eigentümer das Geschäft oder die Vermögenswerte verkaufen. Diese Kliniken sind VIEs, bei denen Fresenius Medical Care als Meistbegünstigte bestimmt wurde, und müssen daher voll konsolidiert werden. Sie erwirtschafteten im Jahr 2009 bzw. 2008 einen Umsatz von rund 63 Mio € (88 Mio US$) bzw. 60 Mio € (89 Mio US$). Im Zusammenhang mit diesen VIEs hat Fresenius Medical Care Vermögenswerte in Höhe von 49 Mio € (70 Mio US$), Verbindlichkeiten in Höhe von 20 Mio € (29 Mio US$) und Eigenkapital in Höhe von 29 Mio € (41 Mio US$) konsolidiert. Der Anteil anderer Gesellschafter an diesen konsolidierten VIEs wird zum 31. Dezember 2009 unter den Anteilen anderer Gesellschafter in der Bilanz ausgewiesen.

Fresenius Vamed engagiert sich für einen begrenzten längerfristigen Zeitraum in eigens für diesen Zweck gegründete Projektgesellschaften zur Errichtung und Betreibung von Thermen, von denen einige als VIEs zu qualifizieren sind. Basierend auf Cashflow-Analysen aller beteiligten Parteien ist Fresenius Vamed dabei jedoch nicht die Meistbegünstigte. Die Projektgesellschaften erwirtschafteten im Jahr 2009 rund 32 Mio € Umsatz (2008: 42 Mio €). Die VIEs finanzieren sich im Wesentlichen durch Fremdkapital, Genussrechte und Investitionszuschüsse. Der Wert der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Verbindung mit den VIE ist unwesentlich. Fresenius Vamed leistete an die VIEs neben den vertraglich vereinbarten keine weiteren Zahlungen. Aufgrund bestehender vertraglicher Regelungen ist aus heutiger Sicht aus diesen VIEs kein nennenswertes Verlustrisiko erkennbar.

Der Konzernabschluss umfasste im Jahr 2009 neben der Fresenius SE 136 (2008: 132) deutsche und 912 (2008: 898) ausländische Unternehmen.

Der Konsolidierungskreis hat sich wie folgt verändert:

  Deutschland Ausland Gesamt
31. Dezember 2008 132 898 1.030
Zugänge 11 71 82
davon gegründet 2 37 39
davon erworben 5 28 33
Abgänge 7 57 64
davon ausgeschieden 4 27 31
davon verschmolzen 3 30 33
31. Dezember 2009 136 912 1.048

  Deutschland Ausland Gesamt
31. Dezember 2008 132 898 1.030
Zugänge 11 71 82
davon gegründet 2 37 39
davon erworben 5 28 33
Abgänge 7 57 64
davon ausgeschieden 4 27 31
davon verschmolzen 3 30 33
31. Dezember 2009 136 912 1.048

Nach der Equity-Methode wurden 10 Gesellschaften (2008: 16) bilanziert.

Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes der Fresenius SE mit Sitz in Bad Homburg v. d. H. wird beim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht und beim Unternehmensregister hinterlegt.

Folgende vollkonsolidierte deutsche Konzerngesellschaften machten im Geschäftsjahr 2009 von der Befreiungsvorschrift der §§ 264 Abs. 3 bzw. 264b HGB Gebrauch:

Name der Gesellschaft Sitz
Konzern / Sonstiges  
Fresenius Biotech GmbH Gräfelfing
Fresenius Biotech Beteiligungs GmbH Frankfurt am Main
Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co.
Objekt St. Wendel KG
Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co.
Objekt Schweinfurt KG
Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Netcare GmbH Berlin
Fresenius ProServe GmbH Bad Homburg v. d. H.
FPS Immobilien Verwaltungs GmbH & Co.
Reichenbach KG
Bad Homburg v. d. H.
ProServe Krankenhaus
Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG
München
Fresenius Kabi  
Fresenius HemoCare GmbH Bad Homburg v. d. H.
Fresenius HemoCare Beteiligungs GmbH Frankfurt am Main
Fresenius Kabi AG Frankfurt am Main
Fresenius Kabi Deutschland GmbH Bad Homburg v. d. H.
Hosped GmbH Friedberg
MC Medizintechnik GmbH Alzenau
V. Krütten Medizinische Einmalgeräte GmbH Idstein
Fresenius Helios  
D.i.a.-Solution GmbH Erfurt
HELIOS Agnes Karll Krankenhaus GmbH Bochum
HELIOS Care GmbH Berlin
HELIOS Catering GmbH Berlin
HELIOS Kids in Pflege GmbH Geesthacht
HELIOS Klinik Dresden-Wachwitz GmbH Dresden
HELIOS Klinik Geesthacht GmbH Geesthacht
HELIOS Klinik Lengerich GmbH Lengerich
HELIOS Kliniken GmbH Berlin
HELIOS Kliniken Breisgau-Hochschwarzwald GmbH Müllheim
HELIOS Kliniken Leipziger Land GmbH Borna
HELIOS Klinikum Bad Saarow GmbH Bad Saarow
HELIOS Klinikum Erfurt GmbH Erfurt
HELIOS Klinikum Wuppertal GmbH Wuppertal
HELIOS Privatkliniken GmbH Bad Homburg v. d. H.
HELIOS Schlossbergklinik Oberstaufen GmbH Oberstaufen
HELIOS Service GmbH Berlin
HELIOS Versorgungszentren GmbH Berlin
HELIOS Versorgungszentrum Bad Saarow GmbH Frankfurt a. d. Oder
HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen GmbH Plauen
HUMAINE Kliniken GmbH Berlin
Poliklinik am HELIOS Klinikum Buch GmbH Berlin
Senioren- und Pflegeheim Erfurt GmbH Erfurt
St. Josefs-Hospital GmbH Bochum

Name der Gesellschaft Sitz
Konzern / Sonstiges  
Fresenius Biotech GmbH Gräfelfing
Fresenius Biotech Beteiligungs GmbH Frankfurt am Main
Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co.
Objekt St. Wendel KG
Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Immobilien-Verwaltungs-GmbH & Co.
Objekt Schweinfurt KG
Bad Homburg v. d. H.
Fresenius Netcare GmbH Berlin
Fresenius ProServe GmbH Bad Homburg v. d. H.
FPS Immobilien Verwaltungs GmbH & Co.
Reichenbach KG
Bad Homburg v. d. H.
ProServe Krankenhaus
Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG
München
Fresenius Kabi  
Fresenius HemoCare GmbH Bad Homburg v. d. H.
Fresenius HemoCare Beteiligungs GmbH Frankfurt am Main
Fresenius Kabi AG Frankfurt am Main
Fresenius Kabi Deutschland GmbH Bad Homburg v. d. H.
Hosped GmbH Friedberg
MC Medizintechnik GmbH Alzenau
V. Krütten Medizinische Einmalgeräte GmbH Idstein
Fresenius Helios  
D.i.a.-Solution GmbH Erfurt
HELIOS Agnes Karll Krankenhaus GmbH Bochum
HELIOS Care GmbH Berlin
HELIOS Catering GmbH Berlin
HELIOS Kids in Pflege GmbH Geesthacht
HELIOS Klinik Dresden-Wachwitz GmbH Dresden
HELIOS Klinik Geesthacht GmbH Geesthacht
HELIOS Klinik Lengerich GmbH Lengerich
HELIOS Kliniken GmbH Berlin
HELIOS Kliniken Breisgau-Hochschwarzwald GmbH Müllheim
HELIOS Kliniken Leipziger Land GmbH Borna
HELIOS Klinikum Bad Saarow GmbH Bad Saarow
HELIOS Klinikum Erfurt GmbH Erfurt
HELIOS Klinikum Wuppertal GmbH Wuppertal
HELIOS Privatkliniken GmbH Bad Homburg v. d. H.
HELIOS Schlossbergklinik Oberstaufen GmbH Oberstaufen
HELIOS Service GmbH Berlin
HELIOS Versorgungszentren GmbH Berlin
HELIOS Versorgungszentrum Bad Saarow GmbH Frankfurt a. d. Oder
HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen GmbH Plauen
HUMAINE Kliniken GmbH Berlin
Poliklinik am HELIOS Klinikum Buch GmbH Berlin
Senioren- und Pflegeheim Erfurt GmbH Erfurt
St. Josefs-Hospital GmbH Bochum

c) Ausweis

Der Ausweis bestimmter Positionen des Konzernabschlusses 2008 wurde dem Ausweis im Jahr 2009 angepasst.

d) Grundsätze der Umsatzrealisierung

Umsätze aus Dienstleistungen werden in Höhe derjenigen Beträge realisiert, mit deren Erzielung aufgrund bestehender Erstattungsvereinbarungen mit Dritten gerechnet werden kann. Die Realisierung erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem die Dienstleistung erbracht und die damit zusammenhängenden Produkte geliefert wurden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Kunde zur Zahlung verpflichtet.

Umsätze aus Produktlieferungen werden zu dem Zeitpunkt realisiert, in dem das wirtschaftliche Eigentum auf den Käufer übergeht; entweder zum Zeitpunkt der Lieferung, bei Annahme durch den Kunden oder zu einem anderen Zeitpunkt, der den Eigentumsübergang eindeutig definiert. Da die Rücksendung von Produkten untypisch ist, werden dafür vorab keine Wertberichtigungen gebildet. Falls eine Rücksendung von Waren erfolgt, werden die Umsätze, die Umsatzkosten und die Forderungen entsprechend vermindert. Die Umsatzerlöse sind abzüglich Skonti, Preisnachlässen und Rabatten ausgewiesen.

Im Unternehmensbereich Fresenius Vamed erfolgt die Umsatzrealisierung für die langfristigen Fertigungsaufträge bei Erfüllung der Anwendungsvoraussetzungen entsprechend dem Projektfortschritt (Percentage-of-Completion-Method – PoC-Methode). Der Fertigstellungsgrad wird dabei entweder auf Basis des Verhältnisses der bereits angefallenen Kosten zum geschätzten gesamten Kostenvolumen des Vertrags, der vertraglich vereinbarten Meilensteine oder des Leistungsfortschritts bestimmt. Gewinne aus der PoC-Methode werden nur dann realisiert, wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrags verlässlich ermittelt werden kann.

Jede Umsatzsteuer, die von einer staatlichen Behörde erhoben wird, wird Netto ausgewiesen; ebenso wird der Umsatz abzüglich der Steuer dargestellt.

e) Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur bilanziell erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Die Zuwendung wird bei Gewährung zunächst passiviert und im Zeitpunkt der tatsächlichen Verwendung (Anschaffung eines Anlagegutes) mit den Anschaffungskosten des Gutes verrechnet. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden erfolgswirksam behandelt und grundsätzlich in den Perioden verrechnet, in denen die Aufwendungen anfallen, die durch die Zuwendungen kompensiert werden sollen.

f) Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen

Forschung ist die eigenständige und planmäßige Suche mit der Aussicht, zu neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen zu gelangen. Entwicklung ist die technische und kommerzielle Umsetzung von Forschungsergebnissen. Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen werden bei ihrer Entstehung als Aufwand erfasst.

g) Außerplanmäßige Abschreibungen

Der Fresenius-Konzern prüft die Buchwerte seines Sachanlagevermögens und seiner immateriellen Vermögenswerte sowie seiner sonstigen langfristigen Vermögenswerte auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf, wenn Ereignisse oder Veränderungen darauf hindeuten, dass der Buchwert dieser Vermögenswerte nicht werthaltig ist. Die Werthaltigkeit dieser Vermögenswerte wird durch einen Vergleich zwischen dem Buchwert und den diesen Vermögenswerten direkt zurechenbaren undiskontierten zukünftigen Zahlungsströmen überprüft. Falls für die Vermögenswerte Abwertungsbedarf besteht, wird eine Abwertung auf den niedrigeren Marktwert vorgenommen. Der Fresenius-Konzern nutzt zur Ermittlung des Marktwerts das Discounted-Cashflow-Verfahren oder – sofern angemessen – andere Bewertungsverfahren. Vermögenswerte, die zum Verkauf bestimmt sind, werden mit dem Buchwert oder dem niedrigeren Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung bilanziert. Für diese Vermögenswerte werden keine weiteren planmäßigen Abschreibungen vorgenommen.

h) Aktivierte Zinsen

Der Fresenius-Konzern aktiviert Zinsen, sofern sie dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten zuzuordnen sind. In den Geschäftsjahren 2009 bzw. 2008 wurden Zinsen in Höhe von 8 Mio € bzw. 6 Mio €, basierend auf einem durchschnittlichen Zinssatz von 5,56 % bzw. 5,52 %, aktiviert.

i) Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden für zukünftige Auswirkungen ermittelt, die sich aus den temporären Differenzen zwischen den im Konzernabschluss zugrunde gelegten Werten für die Aktiva und Passiva und den steuerlich angesetzten Werten ergeben. Außerdem werden latente Steuern auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet.

Die aktiven latenten Steuern enthalten auch Forderungen auf Steuerminderungen, die sich aus der mit hinreichender Sicherheit erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge ergeben.

Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. verabschiedet sind. Zukünftig geltende Steuersätze, die zum Abschlussstichtag noch nicht verabschiedet wurden, werden folglich nicht berücksichtigt.

Die Werthaltigkeit des Buchwerts eines latenten Steueranspruchs wird an jedem Bilanzstichtag überprüft. Grundlage für die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern ist die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, dass diese Positionen in Zukunft tatsächlich realisierbar sind. Die Realisierung aktiver latenter Steuern hängt von der Erzielung eines steuerpflichtigen Gewinns in den Perioden ab, in denen sich die zeitlichen Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz umkehren. Hierbei werden die Umkehrung bestehender passiver latenter Steuern und der erwartete zukünftige steuerpflichtige Gewinn berücksichtigt.

Ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein ausreichend zu versteuernder Gewinn zur Verfügung stehen wird, um den latenten Steueranspruch entweder zum Teil oder insgesamt zu nutzen, nicht mehr gegeben, wird der Buchwert des latenten Steueranspruchs in diesem Umfang wertberichtigt. Wertberichtigungen werden zu dem Zeitpunkt und in dem Umfang wieder aufgehoben, in dem es wahrscheinlich wird, dass ein ausreichend zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird.

j) Unsichere Steuervorteile

Für den Ansatz und die Bewertung von Steuervorteilen, die im Rahmen von Steuererklärungen angesetzt worden sind oder angesetzt werden sollen, ist eine Zwei-Stufen-Prüfung vorgesehen. Die Gesellschaft muss überprüfen, ob eine Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 % gegeben ist. Diese Entscheidung berücksichtigt die sachlichen Gegebenheiten des Steuervorteils und erfolgt unter Beachtung sämtlicher damit verbundener Berufungs- und Gerichtsverfahren. Wenn das Eintrittswahrscheinlichkeitskriterium erfüllt ist, erfolgt die Bewertung des unsicheren Steuervorteils in der größtmöglichen Höhe, die eine Eintrittswahrscheinlichkeit von mehr als 50 % aufweist.

k) Ergebnis je Stammaktie und je Vorzugsaktie

Das Ergebnis je Stammaktie ergibt sich aus dem Konzernergebnis abzüglich des Vorzugsbetrags der Vorzugsaktien, geteilt durch den gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Anzahl von Stammaktien und Vorzugsaktien. Zur Ermittlung des Ergebnisses je Vorzugsaktie wird der Vorzugsbetrag zum Ergebnis je Stammaktie hinzugerechnet. Das verwässerte Ergebnis je Aktie enthält die Auswirkung aller Optionsrechte, indem sie behandelt werden, als hätten sich die entsprechenden Aktien während des Geschäftsjahres im Umlauf befunden. Die Ansprüche im Rahmen der Fresenius- bzw. Fresenius Medical Care-Aktienoptionspläne
können zu einem Verwässerungseffekt führen.

l) Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel enthalten Barmittel und kurzfristige liquide Anlagen mit einer Fälligkeit von ursprünglich bis zu drei Monaten.

m) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu Nominalwerten abzüglich Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen angesetzt. Die Schätzung der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen basiert hauptsächlich auf dem Zahlungsverhalten in der Vergangenheit sowie der Berücksichtigung der Altersstruktur und der Vertragspartner. In gewissen zeitlichen Abständen werden Veränderungen im Zahlungsverhalten überprüft, um die Angemessenheit der Wertberichtigungen sicherzustellen.

n) Vorräte

In den Vorräten sind diejenigen Vermögenswerte ausgewiesen, die zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten werden (fertige Erzeugnisse), die sich in der Herstellung für den Verkauf befinden (unfertige Erzeugnisse) oder die im Rahmen der Herstellung oder Erbringung von Dienstleistungen verbraucht werden (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe).

Die Vorräte werden entweder zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten (ermittelt nach der Durchschnittskosten- bzw. Fifo-Methode) oder zum niedrigeren Marktpreis angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen einbezogen.

o) Sachanlagevermögen

Die Gegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet. Wesentliche Verbesserungen der Vermögenswerte über ihren ursprünglichen Zustand hinaus werden aktiviert. Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen, die nicht zu einer Verlängerung der Nutzungsdauer führen, werden aufwandswirksam behandelt. Abschreibungen werden nach der linearen Methode über die geschätzte Nutzungsdauer der Vermögenswerte vorgenommen, die für Gebäude und Einbauten zwischen 4 und Jahren 50 (im gewogenen Durchschnitt 16 Jahre) und für technische Anlagen und Maschinen zwischen 3 und 15 Jahren (im gewogenen Durchschnitt 10 Jahre) liegt.

p) Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer

Immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer, wie z. B. Patente, Produkt- und Vertriebsrechte, Verträge über Wettbewerbsverzichte, Technologie und Lizenzen zur Fertigung, Distribution und zum Verkauf von Arzneimitteln, werden über die jeweilige Restnutzungsdauer linear auf ihren Restwert abgeschrieben und auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin überprüft (siehe unter Anmerkung 1. III g, Außerplanmäßige Abschreibungen). Die Nutzungsdauer für Patente, Produkt- und Vertriebsrechte liegt zwischen 5 und 20 Jahren. Verträge über Wettbewerbsverzichte mit einer bestimmten Nutzungsdauer haben eine Nutzungsdauer zwischen 2 und 25 Jahren und eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 8 Jahren. Managementverträge mit einer bestimmten Nutzungsdauer haben eine Nutzungsdauer zwischen 5 und 40 Jahren. Für Technologie liegt die bestimmte Nutzungsdauer bei 15 Jahren. Lizenzen zur Fertigung, Distribution und zum Verkauf von Arzneimitteln werden abgeschrieben anhand des vertraglich festgelegten Lizenzzeitraums und der jährlich geschätzten Absatzmenge des Lizenzproduktes. Alle anderen immateriellen Vermögenswerte werden über ihre jeweilige geschätzte Nutzungsdauer zwischen 3 und 15 Jahren abgeschrieben.

Dauerhafte Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt.

q) Firmenwerte sowie immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer

Der Fresenius-Konzern identifizierte immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer, weil es aufgrund einer Analyse aller relevanten Faktoren keine vorhersehbare Begrenzung der Periode gibt, in der die Vermögenswerte voraussichtlich Netto-Cashflows für den Konzern erzeugen werden. Die Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben wurden, wie z. B. Markennamen und bestimmte Managementverträge, erfolgt getrennt vom Firmenwert. Der Ansatz erfolgt zu Anschaffungskosten. Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich und unterjährig bei Eintritt bestimmter Ereignisse auf außerplanmäßigen Abschreibungsbedarf hin überprüft (Impairment Test).

Zur jährlichen Durchführung des Impairment Tests von Firmenwerten hat der Fresenius-Konzern einzelne sogenannte Berichtseinheiten (Reporting Units) festgelegt und deren Buchwerte durch Zuordnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich vorhandener Firmenwerte und immaterieller Vermögenswerte, bestimmt. Eine Berichtseinheit wird in der Regel eine Ebene unter der Segmentebene nach Regionen oder rechtlichen Einheiten festgelegt. Im Segment Fresenius Medical Care wurden fünf Berichtseinheiten ermittelt (Europa, Lateinamerika, Asien-Pazifik, Nordamerika Renal Therapy Group, Nordamerika Fresenius Medical Services). Im Segment Fresenius Kabi gibt es eine Berichtseinheit für die Region Nordamerika und eine Berichtseinheit für das Geschäft außerhalb Nordamerikas. Das Segment Fresenius Helios besteht entsprechend der regionalen Organisationsstruktur aus sieben Berichtseinheiten, die durch einen Zentralbereich gesteuert werden. Das Segment Fresenius Vamed setzt sich aus zwei Berichtseinheiten zusammen (Projekt- und Servicegeschäft). Mindestens einmal jährlich wird der Zeitwert jeder Berichtseinheit mit deren Buchwert verglichen. Der Zeitwert einer Berichtseinheit wird unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens, basierend auf den erwarteten Zahlungsmittelzuflüssen Cashflows) der Berichtseinheiten, ermittelt. Falls der Zeitwert der Berichtseinheit niedriger ist als der Buchwert, wird die Differenz zuerst beim Firmenwert der Berichtseinheit als außerplanmäßige Abschreibung berücksichtigt.

Um die Werthaltigkeit von einzeln abgrenzbaren immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer zu beurteilen, vergleicht der Fresenius-Konzern die Zeitwerte dieser immateriellen Vermögenswerte mit ihren Buchwerten. Der beizulegende Zeitwert eines immateriellen Vermögenswerts wird unter Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens oder – sofern angemessen – anderer Methoden ermittelt.

Die Werthaltigkeit der in der Konzern-Bilanz enthaltenen Firmenwerte und der sonstigen einzeln abgrenzbaren immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer war gegeben. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte waren daher in den Geschäftsjahren 2009 und 2008 nicht erforderlich.

r) Leasing

Gemietete Sachanlagen, die wirtschaftlich auf Basis von Chancen und Risiken dem Fresenius-Konzern zuzurechnen sind (Finanzierungsleasing), werden zum Zeitpunkt des Zugangs zu Barwerten der Leasingzahlungen bilanziert, soweit die Marktwerte nicht niedriger sind. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer. Ist ein späterer Eigentumsübergang des Leasinggegenstandes unsicher und liegt keine günstige Kaufoption vor, wird die Laufzeit des Leasingvertrags zugrunde gelegt, sofern diese kürzer ist. Liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden die Sachanlagen außerplanmäßig abgeschrieben.

Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverträgen werden in Höhe des Barwerts der zukünftigen Leasingraten passiviert und als Finanzverbindlichkeit ausgewiesen.

Vermietete Sachanlagen, die der Fresenius-Konzern bilanziert, werden zu Anschaffungskosten aktiviert und über die Leasingdauer linear auf den erwarteten Restwert abgeschrieben.

s) Finanzinstrumente

Finanzinstrumente sind alle Verträge, die einen finanziellen Vermögenswert bei der einen Gesellschaft und eine finanzielle Verbindlichkeit oder ein Eigenkapitalinstrument bei einer anderen Gesellschaft begründen. Folgende Kategorien (abgeleitet aus International Accounting Standard 39, Financial Instruments: Recognition and Measurement) sind für den Fresenius-Konzern relevant: Kredite und Forderungen, zum Restbuchwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten sowie zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten / Vermögenswerte. Weitere Kategorien sind im Fresenius-Konzern in unwesentlichem Umfang oder gar nicht vorhanden. Der Fresenius-Konzern teilt die Finanzinstrumente ihrem Charakter nach in folgende Klassen ein: flüssige Mittel, zum Buchwert bilanzierte Vermögenswerte, zum Buchwert bilanzierte Verbindlichkeiten, als Sicherungsinstrumente designierte Derivate sowie zum Marktwert bilanzierte Vermögenswerte und zum Marktwert bilanzierte Verbindlichkeiten. Der Zusammenhang zwischen den Klassen und den Kategorien sowie die Überleitung zur Bilanz ist unter Anmerkung 30, Finanzinstrumente, in tabellarischer Form dargestellt.

Derivative Finanzinstrumente, im Wesentlichen Devisenterminkontrakte und Zinsswaps, werden als Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum Marktwert in der Bilanz ausgewiesen. Die Marktwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente, die als Fair Value Hedges klassifiziert werden, und der dazugehörigen gesicherten Grundgeschäfte werden periodengerecht ergebniswirksam erfasst. Der effektive Teil der Marktwertänderungen der als Cashflow Hedges klassifizierten Finanzinstrumente wird bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten Grundgeschäfts erfolgsneutral im Eigenkapital (kumuliertes Other Comprehensive Income (Loss)) ausgewiesen (siehe unter Anmerkung 30, Finanzinstrumente). Der ineffektive Teil von Cashflow Hedges wird sofort ergebniswirksam gebucht. Die Marktwertveränderungen der Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung, also Derivate für die kein Hedge-Accounting angewendet wird, werden periodengerecht ergebniswirksam erfasst.

t) Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zum Barwert bzw. zum Wert der Güter und Dienstleistungen, die für die Verpflichtung erbracht werden, bewertet. Bei kurzfristigen Verbindlichkeiten erfolgt die Passivierung in der Regel in Höhe des Rückzahlungsbetrags.

u) Rechtskosten

Der Fresenius-Konzern ist im normalen Geschäftsablauf in Rechtsstreitigkeiten, Gerichtsverfahren, Verwaltungsverfahren und Ermittlungen hinsichtlich verschiedenster Aspekte seiner Geschäftstätigkeit involviert. Der Fresenius-Konzern analysiert regelmäßig entsprechende Informationen und bildet die erforderlichen Rückstellungen für möglicherweise aus solchen Verfahren resultierende Verbindlichkeiten einschließlich der geschätzten Rechtsberatungskosten. Für diese Analysen nutzt der Fresenius-Konzern sowohl seine interne Rechtsabteilung als auch externe Ressourcen. Die Bildung einer Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten richtet sich nach der Wahrscheinlichkeit eines für den Fresenius-Konzern nachteiligen Ausgangs und der Möglichkeit, einen Verlustbetrag sinnvoll schätzen zu können.

Die Erhebung einer Klage oder die formelle Geltendmachung eines Anspruchs bzw. die Bekanntgabe einer solchen Klage oder der Geltendmachung eines Anspruchs bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Rückstellung zu bilden ist.

v) Sonstige Rückstellungen

Die Rückstellungen für Steuern und sonstige Verpflichtungen werden gebildet, wenn eine gegenwärtige Verpflichtung resultierend aus einem Ereignis der Vergangenheit gegenüber Dritten besteht, die künftige Zahlung wahrscheinlich ist und der Betrag zuverlässig geschätzt werden kann.

Die Steuerrückstellungen enthalten neben der Berechnung für das laufende Jahr auch Verpflichtungen für frühere Jahre.

w) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Der Fresenius-Konzern bilanziert die Unterdeckung seiner leistungsorientierten Pensionspläne, die sich aus der Differenz zwischen den Pensionsverpflichtungen und dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens ergibt, als eine Rückstellung. Änderungen des Finanzierungsstatus nach Steuern werden in dem Jahr, in dem sie entstehen, im kumulierten Other Comprehensive Income (Loss) erfasst. Diese Änderungen setzen sich zusammen aus ungetilgten versicherungsmathematischen Gewinnen oder Verlusten, ungetilgtem früherem Dienstzeitaufwand oder anderen Kosten, die nicht als Bestandteile der Veränderung des Pensionsaufwands berücksichtigt wurden. In den Folgejahren werden die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste und der Dienstzeitaufwand früherer Jahre bei Realisierung im Pensionsaufwand berücksichtigt.

x) Kosten der Fremdkapitalaufnahme

Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Aufnahme von Fremdkapital anfallen, werden abgegrenzt und über die Laufzeit der zugrunde liegenden Schulden ergebniswirksam verteilt.

y) Aktienoptionspläne

Der Fresenius-Konzern wendet im Rahmen des Standards zur aktienbasierten Vergütung die modifizierte prospektive Überleitungsmethode an. Entsprechend dieser Überleitungsmethode sind in den Jahren 2008 und 2009 Personalaufwendungen entstanden, die sich aus den nachfolgenden Beträgen zusammensetzen: (a) Personalaufwendungen für alle aktienbasierten Vergütungen, die zum 1. Januar 2006 bereits gewährt waren, deren Wartezeit jedoch noch nicht abgelaufen ist; (b) Personalaufwendungen für aktienbasierte Vergütungen, die nach dem 1. Januar 2006 gewährt wurden; diese basieren auf dem Marktwert am Tag der Gewährung.

z) Selbstversicherungsprogramme

Über das Versicherungsprogramm für Berufs-, Produkt- und allgemeine Haftpflichtrisiken sowie für Pkw-Schäden und Arbeitnehmer-Entschädigungsansprüche ist die in Nordamerika ansässige größte Tochtergesellschaft des Fresenius-Konzerns teilweise selbstversichert. Die Absicherung aller anderen eingetretenen Schadensfälle übernimmt diese Tochtergesellschaft bis zu einer festgesetzten Schadenshöhe selbst. Wird diese überschritten, treten andere externe Versicherungen ein. Die im Geschäftsjahr bilanzierten Verbindlichkeiten stellen Schätzungen von zukünftigen Zahlungen für die gemeldeten sowie für die bereits entstandenen, aber noch nicht gemeldeten Schadensfälle dar. Die Schätzungen basieren auf historischen Erfahrungen und gegenwärtigem Anspruchsverhalten. Diese Erfahrungen beziehen sowohl die Anspruchshäufigkeit (Anzahl) als auch die Anspruchshöhe (Kosten) ein und werden zur Schätzung der bilanzierten Beträge mit Erwartungen hinsichtlich einzelner Ansprüche kombiniert.

aa) Fremdwährungsumrechnung

Die Berichtswährung ist der Euro. Grundsätzlich werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der ausländischen Tochtergesellschaften zum Mittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Aufwendungen und Erträge werden mit dem Durchschnittskurs umgerechnet. Währungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital (kumuliertes Other Comprehensive Income (Loss)) erfasst. Außerdem werden Umrechnungsdifferenzen von bestimmten konzerninternen Fremdwährungsdarlehen, die als Anlage mit Eigenkapitalcharakter betrachtet werden, ebenfalls als Währungsumrechnungsdifferenz im Eigenkapital erfasst.

Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen und anderen konzerninternen Fremdwährungsdarlehen, sofern sie nicht Eigenkapitalcharakter haben, werden als allgemeine Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2009 resultierten aus dieser Umrechnung nur unwesentliche Gewinne.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse wesentlicher Währungen haben sich wie folgt entwickelt:

  Stichtagskurs1 Durchschnittskurs
  31. Dez. 2009 31. Dez. 2008 2009 2008
1 Mittelkurs am Bilanzstichtag
US-Dollar je € 1,4406 1,3917 1,3948 1,4713
Pfund Sterling je € 0,8881 0,9525 0,8909 0,7961
Schwedische Kronen je € 10,2520 10,8700 10,6191 9,6138
Chinesische Renminbi Yuan je € 9,8350 9,4956 9,5277 10,2287
Japanische Yen je € 133,16 126,14 130,34 152,47

  Stichtagskurs1 Durchschnittskurs
  31. Dez. 2009 31. Dez. 2008 2009 2008
1 Mittelkurs am Bilanzstichtag
US-Dollar je € 1,4406 1,3917 1,3948 1,4713
Pfund Sterling je € 0,8881 0,9525 0,8909 0,7961
Schwedische Kronen je € 10,2520 10,8700 10,6191 9,6138
Chinesische Renminbi Yuan je € 9,8350 9,4956 9,5277 10,2287
Japanische Yen je € 133,16 126,14 130,34 152,47

bb) Fair-Value-Hierarchie

Die dreistufige Fair-Value-Hierarchie nach Accounting Standards Codification 820, Fair Value Measurements and Disclosure, gliedert die zum Marktwert bilanzierten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten basierend auf den Daten, die für die Marktwertermittlung herangezogen werden. Level 1 umfasst demnach beobachtbare Daten, wie quotierte Marktpreise auf aktiven Märkten. Level 2 werden alle am Markt direkt oder indirekt beobachtbaren Preisdaten zugeordnet, die nicht quotierte Marktpreise in aktiven Märkten darstellen. Level 3 stellen alle nicht-beobachtbaren Werte dar, für die keine oder nur wenige Marktdaten zur Verfügung stehen und die deshalb die Entwicklung von unternehmenseigenen Annahmen erforderlich machen. Die Fair-Value-Hierarchie findet Anwendung unter Anmerkung 25, Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sowie unter Anmerkung 30, Finanzinstrumente.

cc) Verwendung von Schätzungen

Die Erstellung eines Konzernabschlusses nach US-GAAP macht Schätzungen und Annahmen durch die Unternehmensleitung erforderlich, die die Höhe der Aktiva und Passiva, die Angabe von Eventualforderungen und
-verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag sowie die Höhe der Erträge und Aufwendungen während des Geschäftsjahres beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

dd) Forderungsmanagement

Die Gesellschaften des Fresenius-Konzerns führen laufend Überprüfungen der finanziellen Lage ihrer Kunden durch und verlangen von diesen bei der Lieferung von Produkten und der Erbringung von Serviceleistungen üblicherweise keine Sicherheiten. Etwa 19 % bzw. 21 % der erwirtschafteten Umsätze des Fresenius-Konzerns im Jahr 2009 bzw. 2008 unterlagen den Regularien der staatlichen Gesundheitsprogramme in den USA, Medicare und Medicaid, werden von diesen finanziert und von US-Regierungsbehörden verwaltet.

ee) Neu angewendete Verlautbarungen

Im Geschäftsjahr 2009 wurden die Financial Accounting Standards (FAS) zugrunde gelegt, die verpflichtend bzw. freiwillig vorzeitig auf Geschäftsjahre anzuwenden sind, die am 1. Januar 2009 beginnen.

Von diesen Standards wurden – soweit für die Geschäftstätigkeit des Fresenius-Konzerns von Bedeutung – im Geschäftsjahr 2009 erstmals angewendet:

Im Januar 2010, verabschiedete das FASB Accounting Standards Update 2010-06 (ASU 2010-06), eine Aktualisierung von ASC 820-10, Fair Value Measurements and Disclosures, die neue Angabepflichten in den folgenden Bereichen verlangt:

  • Bewertungen zum Marktwert sind nach Klassen anzugeben im Gegensatz zur aktuellen Darstellung nach Kategorien
  • Angabe wesentlicher Umgliederungen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zwischen den Fair Value Level 1 und 2 zusätzlich zu den Umgliederungen in Level 3
  • Käufe, Verkäufe, Emissionen und Begleichung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die als Level 3 eingestuft wurden, sind getrennt anzugeben
  • Angabe der Bewertungstechniken und Werte, die zur Ermittlung der Marktwerte von Level 2 und Level 3, verwendet werden sowie Änderungen in den verwendeten Bewertungstechniken und die Ursachen für die Änderungen

Die Angaben in ASU 2010-06 sind für Perioden anzugeben, die nach dem 15. Dezember 2009 beginnen. Eine Ausnahme gilt für die Angaben zu Käufen, Verkäufen, Emissionen und Begleichung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die als Level 3 einzustufen sind. Diese sind für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2010 anfangen und Perioden innerhalb dieser Geschäftsjahre anzugeben. Eine frühere Anwendung der zusätzlichen Angaben ist zulässig. Der Fresenius-Konzern wendet die vorgeschriebenen Angaben zum 31. Dezember 2009 an.

Seit dem 1. Januar 2009 wendet der Fresenius-Konzern den Standard Nr. 160, Noncontrolling Interest in Consolidated Financial Statements – an amendment of ARB No. 51 (FAS 160), an. Die Erfordernisse von FAS 160 sind in der Financial Accounting Standards Board Accounting Standards Codification (ASC) 810, Consolidation, enthalten. FAS 160 legt den Rahmen fest für die Berichterstattung über Minderheitsanteile oder Anteile, die nicht dem beherrschenden Einfluss des Mutterunternehmens unterliegen. Die wesentlichen Änderungen betreffen die erweiterten Angaben zu Minderheitsanteilen in der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz.

Außerdem wendet der Fresenius-Konzern seit dem 1. Januar 2009 den Standard Nr. 161, Disclosures about Derivative Instruments and Hedging Activities – an amendment of FASB Statement No. 133 (FAS 161), an. Die Erfordernisse nach FAS 161 sind in ASC 815, Derivatives and Hedging, enthalten. Der Standard ändert die Offenlegungspflicht für Derivate und Sicherungsgeschäfte. Zu folgenden erweiterten Angaben werden Gesellschaften verpflichtet: (a) auf welche Art und Weise und mit welchem Ziel Derivate eingesetzt werden, (b) die buchhalterische Behandlung von Derivaten und Sicherungsgeschäften gemäß ASC 815 und entsprechender Interpretationen sowie (c) welchen Einfluss Derivate und Sicherungsgeschäfte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage einer Gesellschaft haben. Den erweiterten Offenlegungspflichten wird unter Anmerkung 30, Finanzinstrumente, nachgekommen.

Am 30. Dezember 2008 verabschiedete das FASB Staff Position Nr. 132R-1, Employers’ Disclosures about Postretirement Benefit Plan Assets (FSP 132R-1). FSP 132R-1 erfordert erweiterte Angabepflichten zu Pensionsfondsvermögen, die im Wesentlichen folgende Bereiche betreffen:

  • in welcher Art Entscheidungen über die Zuteilung von Investitionsmaßnahmen erfolgen, inklusive der Faktoren, die dem Verständnis von Investitionsmethoden und -strategien dienen,
  • die Hauptkategorien der Fondsvermögen,
  • die zugrunde liegenden Werte und Bewertungstechniken, die zur Ermittlung des Fondsvermögens zum Marktwert verwendet werden,
  • die Auswirkungen der Bewertung zum Marktwert auf Grundlage wesentlicher, unbeobachtbarer Werte (Level 3) zur Ermittlung der Veränderungen des Fondsvermögens in der Periode und
  • wesentliche Risikokonzentrationen des Fondsvermögens.

Bei erstmaliger Anwendung ist die Erfüllung dieser Angabepflichten für frühere Perioden, die zu Vergleichszwecken dargestellt werden, nicht erforderlich. ASC 715 beinhaltet die Vorschrift zur Bilanzierung von Pensionsfondsvermögen inklusive der Änderungen in FSP 132R-1. Der Fresenius-Konzern kommt den Offenlegungsvorschriften von FSP 132R-1 in seinem Konzernabschluss für das am 31. Dezember 2009 endende Geschäftsjahr nach. Die Umsetzung der Angabepflichten ist in Anmerkung 25, Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, enthalten.

ff) Noch nicht angewendete neue Verlautbarungen

Das FASB hat folgende für den Fresenius-Konzern relevante neue Rechnungslegungsvorschriften herausgegeben, die frühestens für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2010 anzuwenden sind:

Im Juni 2009 verabschiedete das FASB Accounting Standards Update 2009-17 (ASU 2009-17) (ursprünglich unter dem Namen FASB Standard Nr. 167 geführt), ASC 810, Consolidations – Improvements to Financial Reporting by Enterprises Involved with Variable Interest Entities. ASU 2009-17 verpflichtet berichtende Unternehmen, ehemalige Qualifying Special Purposes Entities (QSPE) für die Konsolidierung zu bewerten. ASU 2009-17 ersetzt eine quantitative Bewertungsmethode zur Bestimmung des Hauptbegünstigten einer Variable Interest Entity (VIE) durch eine qualitative Bewertungsmethode mit dem Ziel, eine Mehrheitsbeteiligung zu identifizieren. Des Weiteren verlangt ASU 2009-17 häufigere Bewertungen, um sicherzustellen, dass es sich bei dem identifizierten Unternehmen weiterhin um den Hauptbegünstigten der VIE handelt. Darüber hinaus klärt ASU 2009-17 die Charakteristika von VIEs, ohne diese signifikant zu ändern. ASU 2009-17 erweitert für Jahres- und Zwischenabschlüsse die Angabepflichten zu Risiken in Bezug auf anhaltende Beteiligungen an übertragenem Finanzvermögen.

Die in ASU 2009-17 enthaltenen Änderungen sind wirksam ab dem ersten Geschäftsjahr, das nach dem 15. November 2009 beginnt, und für alle folgenden Quartale und Geschäftsjahre anzuwenden. Alle ehemaligen QSPEs und sonstige VIEs müssen aufgrund der geänderten Konsolidierungsvorschriften zum ersten Geschäftsjahr beginnend nach dem 15. November 2009 neu bewertet werden. Eine frühere Anwendung ist nicht gestattet. Der Fresenius-Konzern wird die von ASU 2009-17 vorgeschriebenen Änderungen ab dem 1. Januar 2010 anwenden.

Im Juni 2009 verabschiedete das FASB Accounting Standards Update 2009-16 (ASU 2009-16) (ursprünglich unter dem Namen FASB Standard Nr. 166 geführt), ASC 860, Transfers and Servicing – Accounting for Transfers of Financial Assets. ASU 2009-16 streicht das Konzept der QSPEs und erhöht die Anforderungen an den Ausweis von Übertragungen von Teilen finanzieller Vermögenswerte als Verkäufe. ASU 2009-16 klärt die Ausbuchungskriterien (für finanzielle Vermögenswerte), ändert die Bewertung von Ansprüchen, die der Veräußerer bei erstmaligem Ansatz zurück behält (Retained Interests), und hebt die Vorschriften für die Umklassifizierung von Verbriefungen garantierter Hypotheken auf. ASU 2009-16 erweitert für Jahres- und Zwischenabschlüsse die Angabepflichten zu Risiken in Zusammenhang mit VIEs.

ASU 2009-16 ist wirksam ab dem ersten Geschäftsjahr, das nach dem 15. November 2009 beginnt, und für alle folgenden Quartale und Geschäftsjahre. Die Angabepflichten sind auf Übertragungen anzuwenden, die sowohl vor als auch nach Inkrafttreten von ASU 2009-16 aufgetreten sind. Eine frühere Anwendung ist nicht gestattet. Die Gesellschaft wird den Anforderungen von ASU 2009-16 ab dem 1. Januar 2010 entsprechen.

In der Regel übernimmt der Fresenius-Konzern neue Rechnungslegungsvorschriften nicht vor dem Zeitpunkt der verpflichtenden Anwendung.

IV. Kritische Rechnungslegungsgrundsätze

Die folgenden Rechnungslegungsgrundsätze und -themen sind nach Meinung des Managements des Fresenius-Konzerns kritisch für den Konzernabschluss im gegenwärtigen ökonomischen Umfeld. Die Einflüsse und Beurteilungen sowie die Ungewissheiten, die auf sie einwirken, sind ebenfalls wesentlich für das Verständnis der jetzigen und künftigen operativen Ergebnisse des Fresenius-Konzerns.

a) Werthaltigkeit von Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer

Die immateriellen Vermögenswerte einschließlich der Firmenwerte, Produktrechte, Markennamen und Managementverträge tragen einen wesentlichen Teil zu der Bilanzsumme des Fresenius-Konzerns bei. Zum 31. Dezember 2009 bzw. 31. Dezember 2008 belief sich der Buchwert der Firmenwerte und der immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer, die nicht der planmäßigen Abschreibung unterliegen, auf 10.670 Mio € bzw. 10.703 Mio €. Dies entsprach 51 % bzw. 52 % der Bilanzsumme.

Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden mindestens einmal jährlich auf einen erforderlichen Abschreibungsbedarf hin untersucht (Impairment Test) oder wenn Ereignisse eintreten oder Veränderungen darauf hindeuten, dass die Buchwerte dieser Vermögenswerte nicht mehr realisiert werden können.

Um eventuelle Wertminderungen dieser Vermögenswerte zu ermitteln, werden die Zeitwerte der Berichtseinheiten (Reporting Units) mit deren Buchwerten verglichen. Der Zeitwert der Berichtseinheiten wird durch Anwendung eines Discounted-Cashflow-Verfahrens unter Einbeziehung der spezifischen gewichteten Gesamtkapitalkosten (Weighted-average cost of capital – WACC) bestimmt. Zur Ermittlung der diskontierten zukünftigen Zahlungsmittelzuflüsse wird eine Vielzahl von Annahmen getroffen. Diese betreffen insbesondere zukünftige Erstattungssätze und Verkaufspreise, die Anzahl der Behandlungen, Absatzmengen und Kosten. Zur Bestimmung der Zahlungsmittelzuflüsse werden in allen Berichtseinheiten das Budget der nächsten drei Jahre sowie Projektionen für die Jahre vier bis zehn und entsprechende Wachstumsraten für alle nachfolgenden Jahre zugrunde gelegt. Projektionen von bis zu zehn Jahren sind durch den weitgehend gleichförmigen und konjunkturunabhängigen Verlauf des Geschäfts des Fresenius-Konzern möglich. Diese Wachstumsraten liegen bei Fresenius Medical Care zwischen 0 % und 4 %, bei Fresenius Kabi bei 3 % sowie bei Fresenius Helios und Fresenius Vamed bei 1 %. Der Abzinsungsfaktor ermittelt sich aus dem WACC der jeweiligen Berichtseinheit. Im Jahr 2009 basierte der WACC der Fresenius Medical Care auf einer Basisrate von 6,45 %. Diese Basisrate wird für jede Berichtseinheit um die jeweiligen länderspezifischen Risikoraten angepasst. Im Jahr 2009 lagen die WACCs der Berichtseinheiten der Fresenius Medical Care zwischen 6,45 % und 12,05 %. In den Segmenten Fresenius Kabi, Fresenius Helios und Fresenius Vamed lag der WACC bei 6,61 %, länderspezifische Anpassungen waren nicht erforderlich. Falls der beizulegende Zeitwert der Berichtseinheit niedriger ist als der Buchwert, wird die Differenz zuerst beim Firmenwert der Berichtseinheit als außerplanmäßige Abschreibung berücksichtigt. Ein Anstieg des WACC um 0,5 % hätte im Geschäftsjahr 2009 nicht zu einem Abschreibungsbedarf geführt.

Ein länger anhaltender Abschwung im Gesundheitswesen mit einem niedrigeren als erwarteten Anstieg der Erstattungsraten und / oder mit höheren als erwarteten Kosten für die Erbringung der Gesundheitsdienstleistungen könnte die Schätzungen des Fresenius-Konzerns der zukünftigen Cashflows bestimmter Länder oder Segmente negativ beeinflussen. Weiterhin könnten Veränderungen im makroökonomischen Umfeld den Abzinsungssatz beeinflussen. Die mögliche Folge wäre, dass die künftigen operativen Ergebnisse des Fresenius-Konzerns in wesentlichem Umfang negativ durch zusätzliche außerplanmäßige Abschreibungen auf Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer beeinflusst werden.

b) Rechtliche Eventualverbindlichkeiten

Der Fresenius-Konzern ist in verschiedene Rechtsstreitigkeiten involviert, die sich aus der Geschäftstätigkeit ergeben. Der Ausgang dieser Rechtsangelegenheiten könnte einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Fresenius-Konzerns haben. Zu Einzelheiten wird auf Anmerkung 29, Haftungsverhältnisse und Eventualverbindlichkeiten, verwiesen.

Der Fresenius-Konzern analysiert regelmäßig entsprechende Informationen und bildet die erforderlichen Rückstellungen für möglicherweise aus solchen Verfahren resultierende Verbindlichkeiten einschließlich der geschätzten Rechtsberatungskosten. Für diese Analysen nutzt der Fresenius-Konzern sowohl seine interne Rechtsabteilung als auch externe Ressourcen. Die Bildung einer Rückstellung für Rechtsstreitigkeiten richtet sich nach der Wahrscheinlichkeit eines für den Fresenius-Konzern nachteiligen Ausgangs und der Möglichkeit, einen Verlustbetrag sinnvoll schätzen zu können.

Die Erhebung einer Klage oder die formelle Geltendmachung eines Anspruchs bzw. die Bekanntgabe einer solchen Klage oder der Geltendmachung eines Anspruchs bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Rückstellung zu bilden ist.

c) Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind eine wesentliche Bilanzposition, und die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen bedürfen einer umfangreichen Schätzung und Beurteilung durch das Management. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen betrugen 2.509 Mio € bzw. 2.477 Mio € im Jahr 2009 bzw. 2008. Rund zwei Drittel der Forderungen stammen aus dem Unternehmensbereich Fresenius Medical Care und hier im Wesentlichen aus dem Bereich der Dialysedienstleistungen in Nordamerika.

Die größten Schuldner oder Schuldnergruppen an den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfielen zum 31. Dezember 2009 mit 12 % auf die US Medicare und Medicaid Gesundheitsprogramme sowie mit 14 % auf private Versicherungen in den USA. Darüber hinaus existieren aufgrund der internationalen und heterogenen Kundenstruktur im Fresenius-Konzern keinerlei Risikokonzentrationen in nennenswertem Ausmaß.

Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen betrugen 285 Mio € bzw. 257 Mio € zum 31. Dezember 2009 bzw. zum 31. Dezember 2008.

Die Umsätze werden in Höhe der erwarteten Erstattungsbeträge in Übereinstimmung mit den vertraglichen Vereinbarungen mit Dritten fakturiert. Die Schätzung der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen basiert hauptsächlich auf dem Zahlungsverhalten in der Vergangenheit sowie der Berücksichtigung der Altersstruktur und der Vertragspartner. Der Fresenius-Konzern glaubt, dass diese Analysen zu einer sachlich begründeten Schätzung der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen führen. In gewissen Zeitabständen überprüft der Fresenius-Konzern Veränderungen im Zahlungsverhalten, um die Angemessenheit der Wertberichtigungen sicherzustellen.

Das Entstehen eines Forderungsrückstandes und Schwierigkeiten beim Einzug von Forderungen könnten eine Anhebung der Schätzung des Wertberichtigungsbedarfs auf zweifelhafte Forderungen erfordern. Solche zusätzlichen Aufwendungen für uneinbringliche Forderungen könnten die künftigen operativen Ergebnisse in wesentlichem Umfang negativ beeinflussen.

d) Selbstversicherungsprogramme

Über das Versicherungsprogramm für Berufs-, Produkt- und allgemeine Haftpflichtrisiken sowie für Pkw-Schäden und Arbeitnehmer-Entschädigungsansprüche ist die in Nordamerika ansässige größte Tochtergesellschaft des Fresenius-Konzerns teilweise selbstversichert. Zu weiteren Details über die Rechnungslegungsgrundsätze für Selbstversicherungsprogramme siehe unter Anmerkung 1. III Z, Selbstversicherungsprogramme.

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